VMCG-Turnier in Lüneburg startet am Mittwoch

Heute bauen Jonathan und Martin noch viele Tische, Stühle, Beamer, Live-Bretter… auf.

Bereits ab morgen geht es in Lüneburg schachlich rund. Erster Akt ist das Jugend Qualifikationsturnier.

Von Freitag bis Freitag folgen dann das Open mit über 100 Teilnehmern sowie IM- und GM-Turnier. Am Samstag um 11h eingebettet ein Schnellturnier und abends um 20.30 noch ein schönes Blitzturnier.

Krönender Abschluß dann vom 8.7. bis 10.7. der Mädchen Grand Prix.

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Alle Infos zum VMCG Schachfestival

 

Wenn Nachbarn sich treffen!

von Jürgen Woscidlo
Die Schulen Grumbrechtstrasse und Ehestorfer Weg liegen nicht weit voneinander entfernt ( ca. 3,6Km),beide sind im Schach auf ihre Art erfolgreich und beide haben eine Kooperation mit dem Schachverein Diagonale Harburg. Was also lag näher , um miteinander Schach zu spielen sowie eine Kooperation auf dem Weg zu bringen. Dabei lebt eine Gründungsidee von Diagonale wieder auf : eine Verbindung von Schulen ( Grumbrechtstrasse-Ehestorfer Weg-Alte Forst) und Verein, der sein Spiellokal in der Alten Forst hat.

Am heutigen Freitag, 17.Juni trafen sich sie beiden Schach AG’s im Schachraum der Schule Grumbrechtstrasse zu einem Kennenlernen bei einem Mannschaftskampf. Unter der Leitung von Manuela Kamp sowie Hendrik Hauschild trafen 5 Spielerinnen und Spieler des Ehestorfer Weg auf die Mannschaft der Grumbrechtstrasse , unter ihrem Trainer Jürgen Woscidlo. In der Mannschaft der Grumbrechtstrasse spielten Konrad Leo Adler ( Göthe- Schule) und Nils Meinköhm (Heisenberg-Gymnasium). Somit waren ,genaugenommen vier Schulen vertreten.

Nach der Begrüßung ging es dann an die Bretter. Gespielt wurde ein vierrundiges Turnier. Da die Gäste vom Ehestorfer Weg in Unterzahl antreten, wechselten Titiano Smilari und Auditia Kakalor die Seiten. Auditia, der den Kindergarten Sternipark in Heimfeld besucht und in der Grumbrechtstrasse Schach trainiert war der jüngste Teilnehmer und holte für den Ehestorfer Weg einen Punkt. Damit er war erfolgreich und es ist sehr schade, dass er nach der Runde gehen musste. Für Peter Große, Cidem Cicek und Avzem Uruc war es der erste Turniereinsatz für die Grumbrechtstrasse. Zusammen erleben mit Vindhya Srinivasa zählt das Mädchentrio mit zu den Nachwuchsspielerinnen der Grumbrechtstrasse. Mit dabei, völlig überraschend spielte „General Attacke“, Paul Geissler . Auch er spielte, Termin bedingt, nur eine Runde; holte jedoch einen wichtigen Punkt. In der Trainingsphase zuvor zeigte er sich voller neuer Ideen und einem gut überlegten Spiel. Dies zeigt ,dass seine Aufstellung für das Shogi-Match gegen die japanische Schule am 22. Juni mehr als berechtigt ist!! Ian und Niels Meinkähn spielten ein durchweg konstantes Turniers und holten aus ihren Partien jeweils wichtige Punkte. Das Gleiche trifft auf Manus Srinath zu Mader an Brett drei in allen vier Punkten siegreich war. Auch er startet am 22.Juni gegen die japanische Schule. An Brett zwei bekam es Elefterios Petriidis mit Johanna Wegehoff zu tun. Er konnnte in Runde 1+4 Remis erzielen, verlor aber in den beide anderen Runden. Besonders ein Remis ist bemerkenswert. Johanna, die mit Schwarz spielte rückte mit zwei verbundenen Freibauern auf den Linien f/g auf die weiße Grundlinie zu. Kurz vor der Grundlinie gelang es Lefti dann mit der Dame Remis durch Dauerschach zu erzielen. Ein wirklich erkämpftes Remis. Beide spielten durchweg spannendes Schach.

An Brett eins schließlich spielte Konrad Leo Adler gegen Robert Matei. Robert, der Meister der Schule Ehestorfer Weg ist, gewann in Runde drei. In den beiden ersten Runden siegte Konrad Leo Adler. Beide spielten sehr positionell und gingen keine Risiken ein.

Fernab der Partien spielten und analysierten alle Spieler/Spielerinnen miteinander ,was besonders den jüngsten aus der Mannschaft Grumbrechtstrasse Spaß machte. Johanna Wegehoff und Vindhya Srinivasa taten dies sehr ausgiebig. Fazit Johannas: Vindhya ist sehr talentiert.

Es war für alle Beteiligten ein gelungener Auftakt ,der auf weitere gemeinsame gelungene Projekte hoffen lässt. Als nächstes steht der Gegenbesuch im Ehestorfer Weg an, die Hamburger Schulschachmeisterschaften im November 2016. Beim Gegenbesuch wird die Grumbrechtstrasse dann arabisches Schach präsentieren und mit den Schachfreunden des Ehestorfer Weg‘ spielen. Das erste Fernprojekt wird das Stadtteilfest Heimfeld ,2017 angespielt. Dort wollen beide Schulen das Schachturnier ausrichten und die Schachbereiche der Schulen präsentieren.

Ein guter Weg ist damit eingeschlagen, dessen Chancen für beide Seiten und für das Schach noch gar nicht absehbar sind.

Schachseminar „Kompensation“ am Sonntag, 19.Juni 2016 ab 14 Uhr

jonny_Training

Jonny beim Lüneburger Schachfestival

Am kommenden Sonntag, den 19. Juni 2016, startet um 14 Uhr wie geplant ein tolles Schach-Praxisseminar mit Jonny in der Alten Forst.

Das Thema für JUNG und ALT wird dabei „Kompensation“ sein.

Jonny zeigt Beispiele aus der Praxis von Petrosian bis Shirov.

Sowie viele Übungen für jede Spielstärke.

Da es an diesem Tag nur EM-Spiele um 21 Uhr gibt, ist das Training sogar Fussball-kompatibel…

Blitzturnier

Am Donnerstag blieb keine Zeit für lange Überlegungen: im Blitzturnier folgte Partie auf Partie. Am Ende siegten 1. Gregor, 2. Christoph und 3. Haschem.

Das Bild ist leider unscharf: Die drei Sieger waren außer Rand und Band!

Grüne Steine, Elefanten: Schach wie in Addis Abeba

Senterei

Die erst sechsjährigen (!) Spielerinnen Ananya Mathapati (l.) und Vindhya Srinivasa, die beide auch am Senterej-Turnier teilgenommen haben, unter dem Bild der Kaiserin Taytu Betul, der das Heimfelder Turnier gewidmet worden ist. Foto: Claudia Smilari

An der Schule Grumbrechtstraße fand ein Jugendturnier  im geheimnisvollen Senterej statt Von René Gralla.

Afrika ist bekannt für seine Superlative, im Guten wie im Negativen. Aber was bisher nur eine Handvoll Experten gewusst hat: Aus Afrika stammt auch ein wichtiger Beitrag zur Schachkultur, weil Äthiopien eine eigene Version des königlichen Spiels hervorgebracht hat: das geheimnisvolle „Senterej“.
Diese exotische Variante der Mattjagd hat nun an der Integrativen Heimfelder Grundschule Grumbrechtstraße ihre Deutschland-Premiere gefeiert. Schachlehrer Jürgen Woscidlo organisierte dort ein Senterej-Turnier, das der äthiopischen Kaiserin Taytu Betul (1851-1918) gewidmet war. Da die Herrscherin auch als Militärführerin brillierte – sie half ihrem Mann, dem Kaiser Kaiser Menelik II., bei Adwa 1896 ein italienisches Expeditionskorps zu besiegen -, schätzte sie zeitlebens das traditionelle Senterej ihrer Heimat.

Das Besondere am Senterej: Zu Beginn einer Partie dürfen die Spieler ihre Figuren, zu denen unter anderem Elefanten statt Läufer zählen, nach Gutdünken bewegen, ohne auf die Antwort des Gegners warten zu müssen. Diese oft ziemlich wilde Phase, das „Werera“, endet erst, sobald ein Stein geschlagen und vom Brett entfernt wird.
Nach entsprechend fetzigen Duellen setzte sich im „Kaiserin Taytu Betul Memorial 2016″ am Ende der neunjährige Adriano Americo mit einem halben Punkt Vorsprung durch gegen seinen schärfsten Verfolger, den gleichaltrigen Elefterios Petridis.

Die Kids schrieben an der Grumbrechtstraße auf diese Weise zugleich moderne Sportgeschichte: Denn aus seinem Herkunftsland ist Senterej vor 80 Jahren praktisch verschwunden, als Kollateralschaden der zweiten italienischen Invasion 1936.  Entsprechend enthusiastisch fielen die Kommentare zum Heimfelder Senterej-Revival in Fachwelt und äthiopischer Diaspora aus. Der englische Professor Richard Pankhurst, der seit Jahrzehnten dafür kämpft, das Kulturerbe der einstigen ostafrikanischen Monarchie vor dem Vergessen zu bewahren, schick-te eine E-Mail direkt aus Addis Abeba und lobte die „dramatische Vision“ der Veranstaltung.

Und ein Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie, der jetzt in Deutschland lebende Prinz Asfa-Wossen Asserate, beglückwünschte die junge Truppe von der Grumbrechtstraße in einem Grußwort dazu, „einen wunderschönen Teil der äthiopischen Kultur“ wieder zurückgebracht zu haben.

Quelle: Elbe Wochenblatt